Donnerstag, 3. April 2008

Das müssen Sie gesehen haben: DUMONT´s „China Art Book“

Schön langsam spricht es sich auch in europäischen Breiten herum, dass China mehr zu bieten hat, als knüppelnde Kommis und Hühnchen Chop Suey. So verfügt China über eine boomende Literaturszene, deren Speerspitzen wie Yan Lianke oder Jin Ha hier gerade so langsam ein wenig bekannt werden. Noch faszinierender ist jedoch die unglaublich vielfältige junge chinesische Kunstszeneria. Um sich einen groben Überblick zu verschaffen, sei dem Interessierten das opulente „China Art Book" aus dem DUMONT Verlag empfohlen. In ausführlicher Weise wird dort auf das Schaffen von 81 (wenn ich mich nicht verzählt habe) herrausragenden chinesischen Künstlern und Gestaltern eingegangen. So reicht das Spektrum von subversiver „Propaganda" Malerei bis zu völlig anarchistischen Video Installationen. Milde Systemkritik trifft auf irrwitzige Tierskulpturen (aufgeblasene blaue Schafe und gelbe Ziegen !), wahnwitzige Anzeigenkampagnen auf verfremdete Mao Büsten... Ob so viel Innovation und Kreativität wird dem arroganten Europäer ganz komisch zumute und angsterfüllt fragt er sich, was denn wohl erst in der Kulturszene los wäre, wenn die Chinesen ohne staatliche Kontrollen auf die (Kunst)-Welt losgelassen würden...