Donnerstag, 31. Januar 2008

Bücher lesen mit Doktor – diesmal: allerlei über Japan .

Neulich schaute ich rein zufällig in ein Buchgeschäft und fand dort ein hochinteressantes Buch über Japan und seine Kultur; eine, wie selbst ich als Kunstbanause zugeben muss, extrem gelungene kulturphilosophische Abhandlung des anscheinend recht bekannten italienischen Nippon-Kenners Professor Gian Carlo Calza. Mit geradezu betörenden Texten führt der Meister ein in die für den Europäer nur sehr schwer verständlichen Finessen japanischer Literatur,Spielarten des Theaters,Ritualisierung der Botanik und minimalistischer Kunst. Sparsam illustriert, mit genialen Fotografien und Grafiken ist dieses Werk ein Schinken, den sich jeder Freund des Landes der aufgehenden Sonne unbedingt anschaffen sollte.
(Japan Stil / phaidon verlag 2007 49,90€)

In diesem Zusammenhang sei auch das Kompendium „das alte Japan" aus dem Jahr 1871 (also kurz nach der sog. „Meiji" Restauration von 1867) empfohlen, das der britische Botschaftsattaché A.B. Mitford auf seinen landeskundlichen Entdeckungsreisen zusammenstellte. Die alten Legenden (von denen wir heute einige in Manga Versionen kennen) und die beeindruckenden Schilderungen der Sitten und Gebräuche machen dieses Werk zur Pflichtlektüre für den Japan Freund.
(Anakonda Verlag 2007/dt. übersetzung von 1921/ 9,90€)
Abschliessend sei noch das weltberühmte „Kopfkissenbuch" der Hofdame Sei Shonagon aus der Zeit von 1000-1010 unserer Zeit erwähnt. Eine in ihrer stilistischen Modernität und ihrer Emotionalität für diese Zeit absolut herausragende Schrift. Die Dame porträtiert mit spitzer Zunge ihre Erlebnisse am kaiserlichen Hof der Heian Ära. Dieses Buch ist auch heute noch einer der Klassiker der japanischen Literatur.
(marix verlag 9.90€)